Traktandum 6
Genehmigung Jahresrechnung 2025 TBGN
A. Kommentar zur Jahresrechnung
Der Verwaltungsrat setzte sich im Frühling 2025 eingehend mit der Tarifgestaltung beim Strom auseinander und legte dabei grossen Wert auf einen offenen Kundendialog. Im Sommer 2025 wurden die wesentlichen Teile veröffentlicht und durch ein positives Kundenfeedback bestätigt. Die Tarife 2026 konnten dementsprechend überarbeitet und auf die wachsende Solarstrom-Produktion ausgerichtet werden.
Für die TBGN ist der Ausbau erneuerbarer Energien von grosser Bedeutung, da sie eigene Projekte in Glarus Nord verfolgen und ausserdem beim Bau von Solarstromanlagen, Speicherlösungen und E-Ladestationen von Privatpersonen involviert sind.
Glarus Nord hat darüber hinaus schweizweit eine der höchsten Zuwachsraten beim Solarstrom. Dies führt bei den TBGN zu einem stärkeren Ausbau des Stromnetzes als geplant. Die Investitionen in Netzausbauten und Netzverstärkungen wurden im Jahr 2025 deutlich erhöht.
Der Solarstrom-Zubau führt zudem zu einem geringeren Strombezug der Haushaltskunden in Glarus Nord. Einerseits wird vor Ort Solarstrom produziert und verbraucht (Eigenverbrauch), andererseits wird der Rest an die TBGN geliefert (Energierücklieferung).
Der Rückgang des Strombezugs ist aus energiepolitischer Sicht erfreulich, für die TBGN bedeutet dies jedoch, dass die Fixkosten für das Netz auf weniger verkaufte Kilowattstunden verteilt werden müssen, was die Netznutzungspreise ansteigen lässt.
Nach dem vorjährigen Gewinn von CHF 2.02 Mio. schliessen die TBGN im Jahr 2025 mit einem Gewinn von CHF 1.86 Mio. (Budget CHF 1.82 Mio.) ab. Der Gewinn wird wie bisher je zur Hälfte an die Kundinnen und Kunden in Glarus Nord sowie an die TBGN ausgeschüttet. Die einbehaltenen Mittel helfen den TBGN, den erhöhten Investitionsbedarf für das kommende Jahr zu decken.
Die TBGN setzten ihre gestaffelte, über mehrere Zeitpunkte verteilte und in mehrere Tranchen gegliederte Strombeschaffung fort. Die Energiebeschaffung für die Grundversorgung für das Jahr 2026 war im November 2025 vollständig abgeschlossen. Überdies half der Einsatz der eigenen Kraftwerke zu den teuersten Stunden mit ihren tieferen Produktionskosten, so dass die Energiebeschaffung der Grundversorgung entlastet wurde.
Der vorliegende Jahresabschluss 2025 wurde durch die Revisionsstelle Mattig, Suter & Partner, Schwyz, geprüft und per 17. März 2026 testiert. Das Schlussgespräch mit der Revisionsstelle fand mit dem Verwaltungsratspräsidenten am 16. März 2026 sowie mit dem Verwaltungsratsausschuss am 17. März 2026 statt. Der Verwaltungsrat verabschiedete die Jahresrechnung 2025 am 30. März 2026 zuhanden des Gemeinderats und der Gemeindeversammlung.
Erläuterungen zur Bilanz
Die Flüssigen Mittel nahmen um CHF 1.84 Mio. ab. Die Abnahme der Flüssigen Mittel ergibt sich im Wesentlichen aus notwendigen Investitionen in die Betriebsanlagen und der Gewinnausschüttung an die Kundinnen und Kunden in Höhe von CHF -1.01 Mio.
Die Investitionen in Sachanlagen führten trotz Abschreibungen in Höhe von CHF 4.15 Mio. zu einer Erhöhung des Sachanlagenwerts von CHF 75.82 Mio. (Vorjahr CHF 72.75 Mio.).
Die Bilanzposition “kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten” sank um CHF 5.0 Mio. Dies begründet sich mit der Rückzahlung des Darlehens bei der PostFinance per 31.03.2025. Demgegenüber steht eine Neuaufnahme in Höhe von CHF 5.0 Mio. bei der Raiffeisenbank, welche in der Bilanz in der Position “Langfristige Finanzverbindlichkeiten” ersichtlich ist.
Die Bilanzsumme erhöhte sich um CHF 0.26 Mio. auf CHF 100.25 Mio. (Vorjahr CHF 99.99 Mio.).
Erläuterungen zur Erfolgsrechnung
Der Betriebsertrag sank im Vergleich zum Vorjahr um CHF -7.39 Mio. auf CHF 39.13 Mio. Im Wesentlichen wurde dies durch das geringere Volumen der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Linth verursacht. Die KVA hat einen erhöhten Eigenverbrauch im Zuge ihrer neuen Betriebsführung. Ebenso trugen die angepassten Stromtarife für die grundversorgten Kundinnen und Kunden dazu bei.
Der Einkauf für die Energie und Netznutzung beträgt CHF 15.20 Mio. (Vorjahr CHF 19.61 Mio.). Der Rückgang steht in direktem Zusammenhang mit dem tieferen Betriebsertrag. Der Personalaufwand erhöhte sich zum Vorjahr trotz Stellenbesetzungen nur um CHF 0.11 Mio. auf CHF 6.29 Mio.
Bei den Investitionen in die Sachanlagen von gesamthaft CHF 7.23 Mio. erbrachten die Mitarbeitenden einen Anteil von 6.5% mittels eigener Leistungen in der Höhe von CHF 0.47 Mio.
Der sonstige Betriebsaufwand konnte mit CHF 2.15 Mio. im Rahmen des Vorjahres (CHF 1.92 Mio.) gehalten werden. Die leichte Erhöhung begründet sich mit einer buchhalterischen Umgliederung aus der Position “Material und Fremdleistungen”.
Das Finanzergebnis ist um CHF 0.12 Mio. niedriger als im Vorjahr. Grund hierfür sind die Aktien der Energie Zürichsee Linth AG, welche aufgrund des beobachtbaren Marktpreises am Bilanzstichtag zum entsprechenden Kurs stärker als im Vorjahr an Wert verloren. Dies führte im Jahr 2025 zu einem nicht realisierten Kursverlust von CHF 0.47 Mio. (Vorjahr: CHF 0.38 Mio.).
Erläuterungen zur Geldflussrechnung
Nach einem Netto-Mittelzufluss im Vorjahr von CHF 1.39 Mio. resultierte im Jahr 2025 ein Netto-Mittelabfluss von CHF -1.84 Mio. Der operative Cashflow belief sich auf CHF 5.86 Mio.; im Vorjahr betrug dieser CHF 7.12 Mio. Der Bedarf an betrieblichen Investitionen fiel im Geschäftsjahr um CHF 2.45 Mio. höher als im Vorjahr aus.
B. Behandlung der Jahresrechnung
Der Gemeinderat hat an seiner Sitzung vom 07.04.2026 beschlossen, die Jahresrechnung 2025 der Technischen Betriebe Glarus Nord TBGN in positivem Sinne zur Genehmigung an die Gemeindeversammlung zu überweisen.
Er hat zudem folgenden Punkten zugestimmt:
- Vom Bilanzgewinn von CHF 9'115’954 (Vorjahr CHF 8'266’791) wird eine Gewinnausschüttung nach Art. 19 Abs. 3 Organisationsreglement in der Höhe von CHF 929’929 zugunsten der Kundinnen und Kunden zugestimmt.
- Vortrag des restlichen Bilanzgewinns von CHF 8'186'025 (Vorjahr: CHF 7'256’096) auf die Rechnung 2026.
C. Antrag
Der Gemeinderat beantragt in Übereinstimmung mit dem Verwaltungsrat der Technischen Betriebe Glarus Nord TBGN:
- Die Jahresrechnung der Technischen Betriebe Glarus Nord für den Zeitraum vom 01.01.2025 - 31.12.2025 sowie der Bericht der Revisionsstelle Mattig, Suter & Partner, Schwyz, vom 17.03.2026 seien gemäss Gemeindeordnung Art. 13 Ziff. 1 lit. b) zu genehmigen.
- Den Mitgliedern des Verwaltungsrats der Technischen Betriebe Glarus Nord sei für das Geschäftsjahr 2025 Entlastung zu erteilen..
Beilagen:
1. Bilanz 2025
2. Erfolgsrechnung 2025
3. Revisionsbericht der Mattig, Suter & Partner vom 17.03.2026